News_Oberbaum

Dezember 2017

Neustart

Silvesternachmittag, die Luft ist frühlingshaft und die vorher noch weihnachtsleeren Straßen sind wieder gefüllt mit jungen Leuten, die sich mit offenen Mänteln über die Brücke schieben, gespannt den Parties entgegen.

Unter den Brücken, in den struppigen Anlagen, stehen Zelte, in denen nicht gefeiert wird. Das Jahr verabschiedet sich mit einem zerrissenen Himmel, an dessen westlicher Kante die Sonne schon verschwunden ist aber ein spektakuläres Glühen in allen Schattierungen von Gelb bis Rot hinterlassen hat. Wenn sie morgen wieder aufgehen wird über dem Abfall der Nacht, hat ein neues Jahr begonnen, noch ohne neue Regierung aber wie immer mit großen Erwartungen und den besten Vorsätzen.

Allen Geschäftspartnern und Freunden ein erfolgreiches, spannendes und gesundes neues Jahr!

Kilian_Glueck

Dezember 2016

Solo auf dem Seil

Er tut es nicht zum ersten mal: Mike Kilians neues Album heißt “Wünsch mir Glück”

Nach “Immer anders”, “Macht mich reich”,  “Mächtig verdächtig” und “N8WACHE” zeigt sich der Sänger der Band Rockhaus auf seinem fünften Solo-Album wieder von einer neuen, einer stillen Seite. Aufgenommen wurde die CD im MK4 Studio, für den perfekten Mix sorgte erneut Rainer Oleak in der Tonscheune Oleak.

Weitere Informationen auf mikekilian.de

Das es auch laut und wild geht bewies er mit seiner Band auf der verlängerten Therapie-Tour, die – wie bereits im letzten Jahr – ihren Höhepunkt und Abschluss im Berliner Kesselhaus fand.

Wir wünschen uns und der Band noch viele dieser mitreissenden Konzerte!

News_Warschauer_Bruecke

Dezember 2015

Eins, zwei, drei im Sauseschritt…

…eilt die Zeit – wir eilen mit! (Wilhelm Busch) Schneller, schneller geht es von Jahr zu Jahr – war nicht gestern noch Sommer? – und keine Stimme blechert mehr vom Bahnsteig “Zurückbleiben!”

Warum auch, alle sind im Waggon, mit gesenkten Köpfen, innere Einkehr über dem iPhone. Schnell das Jahr checken, Netz ist stabil, drei Balken, vier G, fünf Minuten noch, iPhone sechs ist häßlich! Nächstes Jahr aber endlich sieben, wird auch Zeit! Kann nur besser werden! In diesem Sinne allen ein schönes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr!

 

PS: Dank an meine treuen Auftraggeber für den Proviant auf der Reise durch 2015, Danke an Familie, Liebste, Freunde für die gemeinsamen Ausflüge, süßen Unterbrechungen, die kleinen Umleitungen und Kurskorrekturen.

News_Therapie

November 2015

Rock im Kesselhaus

Therapie heißt das aktuelle Album der Berliner Band Rockhaus mit dem die fünf Musiker in diesen Wochen durch die Clubs touren. Am 21.11. rocken sie das Kesselhaus in Berlin!

Die Zusammenarbeit von Band und Zenon nahm 1988 ihren Anfang, als Rockhaus mit dem Album “I.L.D.” nach der Armeezeit einen kraftvollen Neustart hinlegte. Es war der Beginn einer Freundschaft, die bis heute anhält. In diesen Jahren gestaltete Jan Lengert die Alben “Wunderbar” 1995, “Positiv” 2009, “Treibstoff” 2012 und “Therapie” 2015. Außerdem die Cover für die Soloprojekte von Mike Kilian, dem großartigen Sänger der Band. Es erschienen “Immer anders” 2002, “Macht mich reich” 2004, “Mächtig verdächtig” 2007 und “N8WACHE” 2013.

Das Rockhaus nicht an Kraft und Spielfreude verloren hat beweist die Band bei ihren Konzerten, wo es immer gelingt den Saal zum Kochen zu bringen – spätestens, wenn die ersten Akkorde von “Mich zu lieben” erklingen. Wir werden es erleben, am 11. November im Kesselhaus der KulturBrauerei!

News_Bauen

Juni 2015

Neues Bauen

Der Designer lernt dazu, ständig, manchmal unfreiwillig, vom Auftrag gezwungen oder vom Interesse gepackt. Zwei Ausstellungen gab es in diesem Frühjahr zu gestalten.

Die erste Ausstellung feiert das 120-jährige Bestehen des Stadtteils Karlshorst und ist in der Galerie Kulturhaus Karlshorst zu sehen. Sie erzählt von der Gründung der Siedlung, beschreibt das Leben mit den sowjetischen Offizieren und Familien und deren stillen Abzug, den Aufstieg des Pferdesports mit der Trabrennbahn, die heute dem Klang der Hufe nachhorcht und von besseren Tagen träumt. Wir erfahren von einer drehbaren Luftschiffhalle, Flugzeughangars, Botschaften und Diplomatenleben. Die zweite Ausstellung gibt es im Museum Lichtenberg zu sehen. Der Stadtbezirk bietet hochinteressante Beispiele modernen Bauens mit Stein, Schlacke und Beton. In Lichtenberg entstand auch der erste Plattenbau der Versuchsreihe P2, mit dem später versucht wurde das Wohnungsproblem in der DDR zu lösen.

News_Landschaft

Dezember 2014

Schnee deckt alle Narben

Ein seltener und kurzer Anblick: Vor meinem Fenster liegt Berlin in jungfräulichem Weiß. Noch bevor die Autos es zerfahren, der Abraum der Nachtschwärmer es entweiht will ich es festhalten
und greife nach dem iPhone. Am geöffneten Fenster überdenke ich die raffinierteste Komposition – und fühle mich schon vor dem Abdrücken enttäuscht. Ich mag die Bilder nicht mehr sehen, das tausendfache synthetische Klicken nicht mehr hören, dass meine Freunde, meine Nachbarn, die Welt – ich – ständig herstellen. Seit einiger Zeit fühle ich eine zunehmende Sattheit von all den gut komponierten, mit fantastischen Filtern geschickt gestylten Bildern, den originellen Weltausschnitten mit denen ich Mails und Instagram fütterte und von denen ich reichlich zurückbekam. Für einen Moment verfalle ich auf die verrückte und anarchistische Idee damit Schluss zu machen. Den Schnee, die Stadt, das kommende Jahr da zu lassen, wo sie im Moment sind: Vor meinem Fenster, unfotografiert, unbearbeitet, weiß.

Ich wünsche uns allen ein gesundes, friedliches und an positiven Überraschungen reiches 2015!

Plakat_Widerspenstig

September 2014

Widerspenstig

Unter dem Titel “Widerspenstig und widerständig – Jugendkultur in Lichtenberg 1960 bis 1990″ zeigt das Museum Lichtenberg ab 12. Oktober eine Ausstellung.
Die Ausstellung zeigt, wie sich das offizielle Jugendbild der DDR von der Realität in den Straßen Lichtenbergs unterschied. Dabei erzählt sie von Punks im Pro-Fi-Keller, Homosexuellen-Gruppen, Beatfans, die sich im Lichtenberger Tunnel trafen und dem Napf, einem außergewöhnlichen Klub. Es geht um ein Durchgangsheim für inhaftierte Jugendliche auf der Luxuswohnhalbinsel Stralau, musizierende Sinti und Roma, Frauen- und Friedensgruppen aber auch um rechtsradikale Gruppierungen. Zenon gestaltet diese Ausstellung und die Werbemittel, zu denen eine Postkartenserie und eine Mappe mit Informationsmaterialen gehört. Eröffnet wird die Ausstellung am 10. Oktober um 19 Uhr im Museum Lichtenberg in der Türrschmidtstraße 24 in Berlin-Lichtenberg. Die Band Sinti-Swing-Berlin wird den musikalischen Rahmen liefern. Zu der Ausstellung gibt es ein Rahmenprogramm, das u. a. Konzerte mit “Zerfall” oder “Monokel” bietet.

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August 2014

Summer in the City

Was tun, wenn der Sommer lockt, die Auftragslage aber eine Flucht aus der Stadt verbietet? Man redet sich die Situation schön, gießt sich ein kühles Getränk ein und geht ans Werk. Irgendwie auch nett, mal ganz auf Touri-Stress zu verzichten. Als die nachlassende Hitze in den Abendstunden zu einem Spaziergang verlockt, trifft mich auf der Straße die Erkenntnis zwar Friedrichshain nicht verlassen zu haben, aber dennoch mitten im Massentourismus gelandet zu sein. Die Welt ist zu Gast vor meiner Haustür und freut sich lautstark ihrer Existenz. Auf der Warschauer Brücke drängen mir Heerscharen feierwütiger und gutgelaunter Menschen entgegen und ich kämpfe mich durch zur Oberbaumbrücke, »der schönsten Brücke Europas«. Da legen sich die Kapitäne der Ausflugsdampfer fest. Und hier liegt er tatsächlich in der Luft: Der ganz besondere Duft der Erleichterung – entströmt aus Harnblasen aller Herrenländer. Damit geht die BSR behutsam um, man muss nicht alles totcleanen. Wir sind ja hier nicht im Prenzlauer Berg! Wie die unermüdlichen Mitglieder einer benachbarten Feier-WG letztens meinem genervten Freund Marc mitteilten: »Alter, wir leben hier Friedrichshain!« Dagegen lässt sich schwer argumentieren, wenn man die letzten dreißig Jahre ein spießiges Schattendasein geführt hat. Ein aufmunternder Gruß von der Brandmauer über dem Lido: Fickt eusch allee! Versalhöhe 7200 Punkt, Cliffhanger normal, einige Typen keck gespiegelt. Im Treppenhaus begegne ich meiner Nachbarin. Sie heißt Dervla und kommt aus Galway, einem Ort an der irischen Westküste. Eine meiner Töchter lebt seit Jahren dort. Dervla kann das nicht verstehen, im Winter völlig tot da, meint sie, und im Sommer nichts als Touristen!

Layout_Plan

Juni 2014

Vom Wasser betrachtet

Die Stadt von der Spree erleben: Ein Wunsch, den sich Berliner und Gäste gern erfüllen. Von hunderten Schrauben schaumig gerührt trägt das Flüsschen schwer an Schiffen und Bötchen, deren Besatzungen die Fahrgäste mit Bockwurst, Bier und Kommentaren in verschiedenen Sprachen und unterschiedlicher Originalität versorgen. Die Spree- und Havelschifffahrt ist eine der konkurrierenden Reedereien. Für ihre neue Route von der City bis zum Rummelsburger See entwickelt Zenon eine Tourbeschreibung, in deren Mittelpunkt ein gezeichneter Stadtplan mit den architektonischen Höhepunkten steht. Eine schöne Gelegenheit der Vertiefung in ein Thema abseits des gebrauchsgrafischen Alltags und Anlass die Schublade mit den Zeichenwerkzeugen aufzuziehen. Die Strecke führt vom Bahnhof Friedrichstraße durch die historische Mitte Berlins vorbei an Dom und Neubau des Stadtschlosses zu Mühlendammschleuse. Es folgt eine lange Passage durch Friedrichshain durch die Oberbaumbrücke bis zum Treptower Park und um Stralau herum bis zur Rummelsburger Bucht. Eine Tour der Kontraste.

News_Verkehrsmittel

Mai 2014

Zwei Jahrzehnte gemeinsam kreativ

Es begann 1996 mit “Bewegte Welt”, einem Quartett-Kartenspiel für das Ministerium für Umwelt und Verkehr in Baden-Württemberg: Die Zusammenarbeit mit der CCL Berlin. Gemeinsam mit Georg Langerbeck, dem Auftraggeber und Inhaber der CCL, entwickelte Jan Lengert das Konzept zu diesem Spiel. Die Motive spiegeln die Entwicklung der öffentlichen und privaten Verkehrsmittel in Kategorien von Straßen- und Schienenfahrzeugen über Schiffe und Flugzeuge bis zur Raumfahrt wider. Die Grafiken wurden linear frei gezeichnet und später am Computer in Freehand koloriert. Die Zusammenarbeit mit der CCL zeichnet sich durch Kontinuität und ständiges Ringen um Qualität aus. Zu den Kunden der Agentur aus Friedrichshagen zählt unter anderem der AUMA (Ausstellungs- und Messeausschuss der deutschen Wirtschaft), für den Jan Lengert im Auftrag der CCL seit vielen Jahren CD und Layouts entwirft. In diesem Frühjahr wurde das CD aller Publikationen des Unternehmens behutsam erneuert. Eine Auffrischung, die für einige Jahre Bestand haben soll.